Oktober 2015
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Antrag auf Regelbesteuerung bei Ausschüttungen aus Beteiligungen an einer Kapitalgesellschaft

Der Antrag auf Besteuerung der Kapitaleinkünfte aus einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft nach der tariflichen Ein-kommensteuer unter Anwendung des Teileinkünfteverfahrens ist spätestens zusammen mit der Einkommensteuererklärung für den jeweiligen Veranlagungszeitraum zu stellen. Eine entsprechende konkludente Antragstellung aufgrund des rechtzeitig gestellten Antrags auf Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG scheidet nach dem BFH-Urteil vom 28.07.2015 bei dem fachkundig beratenen Steuerpflichten in der Regel aus. Die Befristung des Antrags auf Anwendung des Teileinkünfteverfahrens ist verfassungsgemäß. Die mangelnde Kenntnis des Steuerberaters über verfahrensrechtliche Fristen begründet grundsätzlich einen Verschuldensvorwurf, den sich der Steuerpflichtige zurechnen lassen muss, sodass eine Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand nicht in Betracht kommt. Ist der Steuerpflichtige an einer Kapitalgesellschaft beteiligt, muss folglich unbedingt vor Abgabe der Steuererklärung geprüft werden, ob die Option für die Tarifbesteuerung möglich und sinnvoll ist, damit der Antrag dem Finanzamt spätestens am Tag des Eingangs der Steuererklärung „auf Papier“ oder elektronisch zugeht. 

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