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Oktober 2019
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Kein weiterer Anspruch auf AfA in Folgejahren nach erfolgtem (unzutreffenden) Sofortabzug als Anschaffungskosten

Werden Anschaffungskosten für ein Wirtschaftsgut in einem Veranlagungszeitraum in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich berücksichtigt, obwohl sie nur im Wege der Absetzung für Abnutzung (AfA) hätten geltend gemacht werden dürfen, scheidet ein Werbungskostenabzug von Abschreibungsbeträgen in Folgejahren aus. Dies hat das FG Düsseldorf mit Urteil vom 01.02.2019 entschieden. Die Klägerin ist eine GbR, die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Für angeschaffte Geräte machte sie die Anschaffungskosten als sofort abzugsfähige Aufwendungen geltend. Zusätzlich erklärte sie einen Abschreibungsbetrag von 1/10 der Anschaffungskosten der Geräte als Werbungskosten. Im Rahmen einer Betriebsprüfung wurde die doppelte Berücksichtigung des Anschaffungsvorgangs festgestellt. Die Beteiligten waren sich darüber einig, dass die Anschaffungskosten im Wege der Abschreibung als Werbungskosten zu berücksichtigen sind. Der Feststellungsbescheid 2009 (Jahr der Anschaffung) sollte dahingehend geändert werden, dass der Sofortabzug der Aufwendungen rückgängig gemacht wird. Diese Änderung des Steuerbescheids unterblieb und konnte wegen zwischenzeitlichen Eintritts der Festsetzungsverjährung nicht mehr nachgeholt werden. In den Folgebescheiden ließ das FA die Berücksichtigung der Abschreibungen nicht mehr zu. Die Klägerin wandte gegen diese Änderung ein, dass die fehlerhafte Berücksichtigung der Anschaffungskosten nur im Feststellungsbescheid 2009 hätte korrigiert werden können. Das FG hat die Klage abgewiesen und ausgeführt, dass der Abzug des Abschreibungsbetrags als Werbungskosten zu Recht versagt worden sei. Der BFH hat auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin die Revision zugelassen.