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Oktober 2019
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Steuern

GEWERBESTEUER

Beteiligungen an gewerblich geprägten Grundstücks- Mitunternehmerschaften zerstören die erweiterte Gewerbesteuerkürzung

Mit Urteil vom 27.06.2019 hat der BFH entschieden, dass einer gewerblichen Grundstücksgemeinschaft die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG nicht zusteht, wenn sie Mitunternehmerin einer gewerblichen Mitunternehmerschaft ist, und zwar selbst dann nicht, wenn es sich bei der Beteiligungsgesellschaft um eine gewerblich geprägte Personengesellschaft i.S. des § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG handelt, die ihrerseits das Gewerbesteuerprivileg genießt. Nachdem der Große Senat des BFH mit Beschluss vom 25.09.2018 entschieden hatte, dass die Beteiligung an einer nicht gewerblich tätigen und nicht gewerblich geprägte oder infizierten grundstücksverwaltenden Personengesellschaft für das Privileg der erweiterten Kürzung unschädlich ist, war die Frage entstanden, ob dies ebenso für die Beteiligung an einer gewerblich geprägten Grundstücksgesellschaft gilt, die ihrerseits das Gewerbesteuerprivileg genießt. Der BFH hat diese Frage verneint, weil die Entscheidung des Großen Senats auf der sog. Bruchteilsvermutung fußt, die die Rechtsprechung ausschließlich für Personengesellschaften ohne betriebliche Einkünfte entwickelt hat.