April 2015
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Totalabriss einer misslungenen Baumaßnahme

Wird ein im Bau befindliches Gebäude, nachdem sich erhebliche Baumängel ergeben haben, abgebrochen und sodann an gleicher Stelle ein neues Gebäude errichtet, sollen die fehlgeschlagenen Baukosten, die Abrisskosten und die Folgekosten, Herstellungskosten des endgültig errichteten Neubaus sein, so jedenfalls das Urteil des FG Niedersachsen vom 29.10.2014. Die Revision beim BFH ist anhängig. Das FG hat auch eine AfaA nicht anerkannt, weil kein von außen kommendes Ereignis unmittelbar auf das im Entstehen begriffene Gebäude eingewirkt habe. Die Geltendmachung der Prozesskosten für eine Inanspruchnahme des Architekten und des Bauunternehmers scheiterte ebenfalls. Das abgebrochene und das neue Gebäude waren anteilig für betriebliche und eigene Wohnzwecke bestimmt. Für den Wohnteil hat das FG den Abzug als außergewöhnliche Belastung ebenfalls abgelehnt. Zwar sind nach gefestigter herrschender Auffassung fehlgeschlagene Teile von Baukosten Herstellungskostenbestandteile. Ernsthaft erwägenswert ist jedoch, dies bei Totalabriss einer misslungenen Baumaßnahme anders zu sehen, weil diese Aufwendungen in keiner Weise auf den Neubau gerichtet sind. 

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