April 2015
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Schachtelprivileg für Dividendenerträge einer Organschaft

Eine deutsche GmbH & Co. KG war Gesellschafterin einer GmbH, zu der gewerbesteuerrechtlich ein Organschaftsverhältnis bestand. Die GmbH wiederrum war an einer italienischen Kapitalgesellschaft beteiligt, von der sie im Streitjahr eine Dividende bezog. Der BFH hat mit Urteil vom 17.12.2014 entschieden, dass im gewerbesteuerlichen Organkreis das volle „Schachtelprivileg“ unter Anwendung der sog. Bruttomethode zu gewähren ist und gewerbesteuerlich keine Hinzurechnung von fiktiven nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben nach § 8b Bas. 5 KStG 2002 vorzunehmen ist. Der BFH hat die sog. gebrochene oder eingeschränkte Einheitstheorie für die Ermittlung des Gewerbeertrags im gewerbesteuerlichen Organkreis bestätigt, ebenso die sog. Bruttomethode. Deswegen ist zum einen bei der Organgesellschaft ein von dieser vereinnahmter Gewinn aus Anteilen an einer ausländischen Kapitalgesellschaft bei der Berechnung des Kürzungsbetrags gem. § 9 Nr. 7 GewStG nicht nach § 9 Nr. 7 Satz 3 i.V.m. § 9 Nr. 2 Satz 4 GewStG um fiktive nicht abzugsfähige Betriebsausgaben nach § 8b Abs. 5 KStG zu vermindern, und beim Organträger ist der Gewinn aus den Kapitalanteilen zum anderen infolge des der Organgesellschaft gewährten sog. Schachtelprivilegs in dem ihm zugerechneten Gewerbeertrag nicht i.S. von § 15 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 KStG enthalten. Deshalb erfolgt bei ihm keine Hinzurechnung fiktiver nicht abzugsfähiger Betriebsausgaben. 

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