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April 2019
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Steuern

GEWERBESTEUER

Erweiterte Kürzung für gewerblich geprägte Personengesellschaften

Einer grundstücksverwaltenden, nur Kraft ihrer Rechtsform der Gewerbesteuer unterliegenden Gesellschaft ist laut BFH-Beschluss vom 25.09.2018 die sog. erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG nicht deshalb zu verwehren, weil sie an einer rein grundstücksverwaltenden, nicht gewerblich geprägten Personengesellschaft beteiligt ist. In der überzeugenden Entscheidung ist der große Senat mit der herrschenden Auffassung im Fachschrifttum dem vorlegenden IV. Senat gegen den I. Senat und die Finanzverwaltung gefolgt. Es geht darum, ob eine gewerblich geprägte Gesellschaft i.S. des § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG ausschließlich „eigenen Grundbesitz“ verwaltet, wenn sie an einer vermögensverwaltenden – nicht gewerblich geprägten – Gesellschaft bürgerlichen Rechts beteiligt ist, die ihrerseits nur eigene Grundstücke verwaltet. Entscheidend ist, dass nach allgemeinem Verständnis die auf § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO gestützte Bruchteilsbetrachtung die Wirtschaftsgüter im Gesamthandsvermögen einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft unmittelbar zurechnet. Das und der Zweck der erweiterten Gewerbesteuerkürzung – Doppelbelastung mit Grundsteuer und Gewerbesteuer zu vermeiden – rechtfertigen es, von „eigenem Grundbesitz“ auszugehen.