Mai 2015
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Gemischtveranlasste Aufwendungen eines eingetragenen Vereins

Das BFH-Urteil vom 15.01.2015 lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Ein eingetragener Verein hat eine außersteuerliche Sphäre.
  • Vorrangig durch den ideellen (außersteuerlichen) Bereich eines Sportvereins (Spielbetrieb) veranlasste Aufwendungen, die durch einen Gewerbebetrieb (Werbung) mitveranlasst sind, können anteilig dem gewerblichen Bereich zuzuordnen sein. Gewerbliche Mitveranlassung kann aber nur berücksichtigt werden, wenn objektivierbare zeitliche und quantitative Kriterien für die Abgrenzung der Veranlassungszusammenhänge vorhanden sind. Sind die ideellen und gewerblichen Beweggründe untrennbar ineinander verwoben, ist nur der primäre Veranlassungszusammenhang zu berücksichtigen.
  • Das Gewinnpauschalierungswahlrecht für Werbeeinnahmen nach § 64 Abs. 6 Nr. 1 AO gilt nicht für nicht steuerbegünstigte Körperschaften.

Die Änderung der Rechtsprechung ist für Sportvereine bedeutsam, weil sie die Möglichkeit bietet, mehr als bisher Teile der Aufwendungen des nicht steuerbaren ideellen Bereichs als Betriebsausgaben für die gewerblichen Tätigkeiten geltend zu machen. Für die Praxis verbleibt allerdings das Problem – wie bei gemischten Aufwendungen allgemein –, objektive Abgrenzungskriterien aufzuzeigen. Es ist wegen der Beweislast ratsam, dass die Vereine jeweils zeitnah dokumentieren, inwieweit für Werbezwecke gezielt höhere Aufwendungen für den Spielbetrieb getätigt werden.

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