Juli 2015
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Zusammenrechenbarkeit von Anteilskäufen

Drei Gesellschafter erwarben Anteile an einer GmbH mit Verlustvortrag, jeder nicht mehr als 25 %, aber zusammen über 50 %. Das FA versagte den Verlustvortrag nach § 8c KStG und stützte sich darauf, dass die Gruppe von Erwerbern gleichgerichtete Interessen vertreten würde. Das Niedersächsische FG ist der Argumentation des FA mit Urteil vom 26.02.2015 nicht gefolgt. Das Gericht stellt qualifizierte Anforderungen an die Zusammenrechenbarkeit der Anteilskäufe durch Mehrere bei der Anwendung des Mantelkaufverdikts. Eine bloße Absprache der Erwerber und der zeitgleiche Vertragsabschluss reichen nach dem Verständnis des Senats nicht aus. Erforderlich ist vielmehr eine Absprache, die auf ein künftiges Zusammenwirken hinaus läuft, z.B. durch Stimmbindungsvereinbarung, Konsortialverträge und andere verbindliche Abreden. Das BMF-Schreiben vom 04.07.2008 geht von geringeren Anforderungen an das Vorliegen schädlicher gleichgerichteter Interessen aus. Da das Urteil nicht rechtskräftig ist, wird erst die Entscheidung des BFH im anhängigen Revisionsverfahren eine Klärung bringen. 

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