August 2015
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Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge an Gesellschafter-Geschäftsführer

Basiert der wirtschaftliche Erfolg des Betriebs wesentlich auf dem Umsatz von Waren aus Asien und erfordert ein reibungsloser und ressourcenschonender Ablauf des Wareneinkaufs damit besondere Arbeitszeiten, hätte ein ordentlicher Kaufmann dies bereits bei der Bemessung des Geschäftsführergehalts berücksichtigt. Eine betriebliche Notwendigkeit zur Zahlung steuerfreier Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge an den Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ist dann nach dem Urteil des FG Münster vom 14.04.2015 nicht gegeben. Der Kläger ist ein alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer GmbH, deren Gegenstand der Vertrieb von Komponenten für EDV-Systeme ist. Nach dem zwischen der GmbH und dem Kläger geschlossenen Geschäftsführervertrag ist er nicht an eine bestimmte Arbeitszeit gebunden. Diese richtet sich vielmehr nach den betrieblichen Erfordernissen und ist vom Geschäftsführer frei und eigenverantwortlich zu gestalten. Mit Nachtragsabrede zum Geschäftsführervertrag vereinbarten die GmbH und der Kläger zusätzlich die Zahlung von gesetzlichen Zuschlägen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit neben dem Grundgehalt. Nach der Rechtsprechung des BFH stellt eine Zahlung von Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschlägen an Gesellschafter-Geschäftsführer ausnahmsweise keine verdeckte Gewinnausschüttung dar, wenn für die Zahlung überzeugende betriebliche Gründe geltend gemacht werden können. Soweit ersichtlich, hat der BFH bisher in zwei Entscheidungen entsprechende Ausnahmen angenommen. In beiden Entscheidungen wurde mit vergleichbaren anderen Arbeitnehmern eine entsprechende Vergütungsabrede getroffen. 

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