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August 2018
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Bilanzierung von Provisionsvorauszahlungen und damit im Zusammenhang stehender Aufwendungen

Solange der Provisionsanspruch des Handelsvertreters noch unter der aufschiebenden Bedingung der Ausführung des Geschäfts steht, ist er nach dem BFH-Urteil vom 26.04.2018 nicht zu aktivieren. Provisionsvorschüsse sind beim Empfänger als "erhaltene Anzahlungen" zu passivieren. Aufwendungen, die im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Provisionsvorschüssen stehen, sind nicht als "unfertige Leistung" zu aktivieren, wenn kein Wirtschaftsgut entstanden ist. Zu der Frage der bilanziellen Behandlung vereinnahmter Provisionsvorauszahlungen und damit zusammenhängender Aufwendungen liegt eine divergierende finanzgerichtliche Rechtsprechung vor. Das FG Münster hat dazu zwar auch entschieden, dass Anzahlungen auf unter auf-schiebender Bedingung stehende Provisionsansprüche als „erhaltene Anzahlungen“ zu passivieren sind, die damit zusammenhängenden Aufwendungen sollen aber nach dem Urteil vom 28.04.2016 als „unfertige Leistung“ zu aktivieren sein. Über die anhängige Revision hat der XI. Senat noch nicht entschieden.