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August 2018
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Nach Anschaffung unvermutet angefallene Kosten zur Wiederherstellung des zeitgemäßen Zustands eines Mietobjektes als "anschaffungsnahe Herstellungskosten"

Unvermutete Aufwendungen für Renovierungsmaßnahmen, die lediglich dazu dienen, Schäden zu beseitigen, welche aufgrund des langjährigen vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache durch den Nutzungsberechtigten entstanden sind, führen unter den weiteren Tatbestandsvoraussetzungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG zu anschaffungsnahen Herstellungskosten. Dies gilt nach dem Urteil des BFH vom 13.03.2018 auch, wenn im Rahmen einer solchen Renovierung "verdeckte", d. h. dem Steuerpflichtigen im Zuge der Anschaffung verborgen gebliebene, jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene Mängel behoben werden. Die Kläger sind mit ihrem Argument, sie hätten die Wohnung zwar im betriebsbereiten und vermietetem Zustand erworben, wegen des plötzlichen Todes der Mieterin seien jedoch Investitionen erforderlich geworden, um eine Neuvermietung zu ermöglichen, nicht durchgedrungen.