September 2015
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Kauf von Anteilen und Gesellschafterforderungen an einer Verlust-GmbH

Der Kläger erwarb 50 % der Geschäftsanteile an einer nicht mehr geschäftstätigen GmbH mit hohen Verlustvorträgen für EUR 1,00. Gleichzeitig erwarb die Ehefrau des Klägers die mit Rangrücktritt versehene, weitgehend uneinbringliche Forderung des Anteilsveräußerers sowie seines Vaters zu einem deutlich unter dem Nennwert liegenden Entgelt. Sodann übertrug der Kläger ein rentierliches Einzelunternehmen auf die GmbH, die aus dessen Fortführung Gewinn erzielte und die Darlehensverbindlichkeiten daraus kontinuierlich zurückzahlte. Das FA sah in dem Forderungsverkauf Gestaltungsmissbrauch und deshalb in den Darlehensrückzahlungen eine verdeckte Gewinnausschüttung an den Kläger bzw. an die ihm nahestehende Ehefrau. Nach Auffassung des FA sei angemessen der Verzicht auf die Darlehensforderungen gewesen. Das FG Schleswig-Holstein gab in seinem Urteil vom 24.04.2015 der Klage statt, weil es in der Forderungsübertragung die steuerlich vorteilhaftere, durchaus angemessene Alternative für den Forderungsverzicht sah. Die Revision beim BFH ist anhängig. 

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