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Februar 2015
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Steuern

EINKOMMENSTEUER

Zum Schuldzinsenabzug bei Vermietung.

Bewohnen Eheleute ein ihnen gemeinsam gehörendes Zweifamilienhaus zusammen, trennen sie sich dann zunächst in der Art, dass jeder von ihnen eine der beiden gleichgroßen Wohnungen des Hauses für sich alleine bewohnt, zieht dann jedoch der eine Ehegatte aus und erwirbt der andere, im Haus verbleibende Ehegatte, den Miteigentumsanteil des anderen unter Aufnahme eines Bankdarlehens und vermietet er die freiwerdende Wohnung, kann er nach dem Urteil des FG Hamburg vom 25.09.2014 die Schuldzinsen für das Darlehen nicht in voller Höhe, sondern nur zur Hälfte als Werbungskosten mit seinen Miteinnahmen verrechnen. Nach Ansicht des FG diente die Darlehensaufnahme dem Erwerb des ideellen Miteigentumsanteils am Grundstück. Mangels einer nach Außen erkennbaren abweichenden Zuordnungsentscheidung des Klägers „etwa durch eine entsprechende Regelung im Kauf- oder Darlehensvertrag“ konnte sie auch nicht allein dem steuerrechtlichen Wirtschaftsgut in Gestalt der vermieteten Wohnung zugerechnet werden. Auch die zeitweise getrennte Nutzung begründete nach Ansicht des FG Hamburg keine nach Außen erkennbare abweichende Entscheidung über die Zuordnung.